New Work · Arbeitsleben

Life-Goal Bürofreundschaft

Simone Artner Lesezeit 4 Min Karriere & Kultur

Wenn du dich auf dem Weg ins Büro nicht nur über deinen Job freust, sondern vor allem darauf, den Tag mit deinen Kolleg*innen zu verbringen, dann hast du bereits das, was in modernen, jungen Unternehmen eigentlich schon selbstverständlich ist: Freunde im Büro.

Freunde fürs Leben finden

Wenn die Arbeit sich nicht wie Arbeit anfühlt, sondern wie bezahlter Spaß mit tollen Menschen, ist der Wohlfühlfaktor im Job plötzlich ungemein größer. Genau das brauchen und wünschen wir uns alle, und wir finden es in der Regel auch. Bei mehr als der Hälfte der Büroangestellten verwandelt sich irgendwann eine Co-Working-Beziehung sogar in eine lebenslange Freundschaft, belegen mehrere Umfragen. Kein Wunder: Mit deinen Kolleg*innen verbringst du schließlich mehr Zeit als mit jedem anderen Menschen oder Tier, zusammengerechnet pro Jahr ganze 75 Tage am Stück. Was dazu führt, dass man sich mit der Zeit entweder tierisch nervt oder sehr zusammenwächst.

Frollegen und Work Spouse

Der Begriff „Frollegen", zusammengesetzt aus „Freunde" und „Kollegen", wird für eine enge Beziehung zwischen Kolleg*innen häufig verwendet. Noch geläufiger ist die „Work Wife", der „Work Husband" oder genderneutral „Work Spouse", die so eng miteinander sind, dass sie eine eheähnliche Beziehung führen.

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Freundschaft verbessert den Output

Arbeitgeber*innen profitieren davon, wenn ihre Mitarbeiter*innen befreundet sind. In einer US-Studie zum Phänomen „Job-Ehe" heißt es, dass Menschen mit „Work Spouse" mit ihrem Job generell glücklicher sind. Das hat nicht nur mit dem anfangs erwähnten Wohlfühlfaktor zu tun. Die Hauptaussage der Studie: Mit engen Vertrauten im Büro kannst du dich immer gut über das Arbeitsleben austauschen. Sie verstehen dich und du hast Backup, das dir in Krisenzeiten die Stange hält. All das trägt zu einer positiven Einstellung bei, und damit auch zu besserem Output im Job.

Muss man Privates und Berufliches trennen?

Was aber passiert, wenn private Gründe zu Beef im Büro führen? „Dienst ist Dienst, Schnaps ist Schnaps", lautet das altbekannte Sprichwort, das schon Großeltern zitiert haben. Es fordert dazu auf, Job und Privatangelegenheiten strikt zu trennen. Allerdings ist diese Weisheit nicht nur ein wenig veraltet, sondern fällt auch in eine ähnliche Kategorie wie „Never f*ck the company". Sie ist gut gemeint, aber manchmal schwierig einzuhalten. Das Dumme ist nur: Wenn du mit deinem offiziellen „Work Spouse" auf Kriegsfuß stehst, leidet höchstwahrscheinlich das gesamte Büro darunter.

Act like a professional

Weil sich durch „New Work" und „Work-Life-Blending" Privates und Berufliches stärker vermischen denn je, ist gerade in Krisenzeiten professionelles Verhalten wichtig. Streitet ihr auf beruflicher Ebene, solltet ihr das Thema auch beruflich-professionell etwa bei einem offiziellen Termin besprechen, eventuell auch mit vermittelnder Hilfe. Private Konflikte solltet ihr hingegen auch im privaten Umfeld zu lösen versuchen.

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Wenn aus Freund*innen Kolleg*innen werden

Aber natürlich kommt es auch vor, dass aus Freund*innen Kolleg*innen werden. Etwa dann, wenn enge Vertraute von dir einen Job in deinem Unternehmen annehmen. In diesem Fall solltet ihr schon vorab besprechen, wie ihr künftig mit der Situation und möglichen Konflikten umgeht. Seid offen zueinander und vereinbart Regeln, etwa auch, wie viel Privates ihr übereinander vor den übrigen Kolleg*innen preisgebt.

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